2022-11-15

Vier Phasen der Demenz: Ein Leben zwischen Vergesslichkeit und Kontrollverlust

Verdammt, das Portemonnaie liegt wieder mal Zuhause. Wo ist eigentlich mein Impfausweis geblieben? … Und wann war noch der Geburtstag von Tante Annegret?_

Solche oder ähnliche Fragen haben Sie sich sicher schon einmal in Ihrem Alltag gestellt. Aber ab wann sind Sorgen über die eigene Gedächtnisleistung oder die von Ihren Lieben berechtigt? Und wann ist die Vergesslichkeit vielleicht doch nur einem stressigen Alltag geschuldet? Wir klären Sie auf und erläutern Ihnen im Folgenden, was eine Demenz überhaupt ist, in welche 4 Phasen der Demenz die Krankheit eingeteilt wird, und wo Sie im Fall der Fälle Unterstützung erhalten können.

4 Phasen der Demenz: Was bedeutet Demenz überhaupt?

Eine Demenz ist eine Gedächtnisstörung, die seit mindestens sechs Monaten besteht und mit Einschränkungen der Alltagsfähigkeiten einhergeht. Unter Alltagsfähigkeiten versteht man dabei Handlungen, wie Kaffee kochen, den eigenen Kontostand überprüfen und im Blick haben oder auch den Einkauf erledigen. Je nach Stadium der Demenz sind die Alltagsfähigkeiten mehr oder auch weniger eingeschränkt, sodass der Betroffene je nach Stadium noch selbstständig leben kann oder bereits gepflegt und betreut werden muss.

Die häufigste Variante der Erkrankung ist weiterhin die Alzheimer Demenz. Bei dieser Art von Demenz treten 4 Stadien auf, die während der Krankheitsentwicklung durchlaufen werden. Wichtig zu erwähnen ist, dass Demenz immer ein Syndrom ist. Das heißt: Eine Kombination aus verschiedenen Symptomen, sprich aus verschiedensten Anzeichen, die durch die Erkrankung ausgelöst werden. Dabei ist die Erkrankung immer gekennzeichnet durch eine anhaltende und fortschreitende Störung der Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Die Störungen können dabei verschiedenste Bereiche umfassen und beeinträchtigen. Insgesamt sind heutzutage rund 50 verschiedene Arten von demenziellen Erkrankungen bekannt. In den 4 Stadien der Alzheimer Demenz werden dabei die bekanntesten Symptome der Krankheit abgebildet. Doch Demenz ist eine sehr vielfältige Erkrankung, bei welcher unter anderem folgende kognitive Fähigkeiten betroffen sein können:

  • Gedächtnisleistung

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung

  • Räumliche Orientierung

  • Zeitliche Orientierung

  • Urteilsvermögen

  • Sprachliche Fähigkeiten

Welche Bereiche im Gehirn genau betroffen sind, ist entscheidend dafür, welche Symptome während der Krankheit auftreten. Mögliche Symptome können facettenreich sein und gehen je nach Art der Demenz von Müdigkeit hin zu Aggression. Die unterschiedlichen Symptome bilden dabei die Basis für die Diagnostik und damit für die Klassifizierung der Demenz Art.

Wie erkennt man Demenz mit ihren Phasen?

Gängige diagnostische Verfahren, um das Stadium und die Art einer Demenz zu bestimmen, sind dabei Gedächtnistests und Screening-Verfahren, die unter anderem in so genannten Gedächtnissprechstunden oder in erster Instanz vom Hausarzt durchgeführt werden. Erkennt der Hausarzt einen Verdacht, wird zunächst abgeklärt, ob das Problem möglicherweise eine Ursache hat, die nicht durch eine degenerative, also voranschreitende Problematik des Gehirns, ausgelöst wird. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, erfolgt eine Überweisung zu einem Neurologen.

Schweregrade von Demenz: Sind Sie bloß vergesslich oder schon in einer der 4 Demenzphasen?

Sollten Sie sich durch die obige Auflistung angesprochen fühlen, zerbrechen Sie sich bitte nicht direkt den Kopf. Es kann völlig normal sein, dass Sie Dinge vergessen. Manchmal liegt es einfach daran, dass Sie über den Tag vielleicht zu wenig getrunken oder gegessen haben, eine stressige Phase in Ihrem Leben erleben oder Sie einfach müde und erholungsbedürftig sind. Doch auch, wenn sich ein Verdacht mal bestätigt, ist das noch lange nicht das Ende eines lebenswerten Lebens. Möglicherweise handelt es sich auch nicht direkt um eine demenzielle Erkrankung, sondern lediglich um eine leichte kognitive Störung. In dieser ist das Risiko im Verlauf an einer Demenz zu erkranken lediglich erhöht. Sie haben aber eine Menge an Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Weiterhin ist klar zu sagen, dass es möglich ist, dass sich im Anschluss eine Demenz entwickelt, sich aber im Umkehrschluss auch keine Demenz daraus entwickeln muss. Doch wie bereits erwähnt, ist es zunächst entscheidend eine potenzielle Demenz von einer normalen Altersvergesslichkeit zu unterscheiden. Dazu haben wir nachfolgend für Sie kurz und prägnant einen Vergleich zusammengestellt:

So äußert sich eine typische Altersvergesslichkeit:

  1. Ihre Vergesslichkeit ist nicht anhaltend, sondern nur vorübergehend

  2. Wenn Sie sich Zeit nehmen und darüber nachdenken, fällt Ihnen das Entfallene wieder ein

  3. Der Umstand, dass Sie manchmal Gegenstände wie ihren Autoschlüssel oder Ereignisse vergessen, tritt nicht täglich, sondern sporadisch in Erscheinung

  4. Sie erhalten und pflegen Ihre Freundschaften und sozialen Kontakte

Merkmale einer eventuellen demenziellen Erkrankung können sich hingegen folgendermaßen äußern:

  1. Ihre Vergesslichkeit hält an und ist nicht mehr nur ein sporadisches Ereignis

  2. Wenn Sie angestrengt nachdenken und versuchen sich an das Vergessene zu erinnern, fällt es Ihnen dennoch nicht ein

  3. Das Verlegen von Gegenständen oder das Merken von Terminen fällt Ihnen zunehmend schwerer und wird regelmäßig zum Problem

  4. Sie ziehen sich – je nach Demenz Stufe – zunehmend zurück und vermeiden es Veranstaltungen, Verabredungen oder anderen Terminen wahrzunehmen, bei denen Sie sonst Ihre sozialen Kontakte gepflegt hätten

Wenn Sie jedoch gerne Gewissheit haben möchten und begründete Sorgen haben, dass Sie selbst oder einer Ihrer Angehörigen an einer Demenz erkrankt sein könnte, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder suchen behutsam das Gespräch mit dem Menschen. Unsere Auflistung ist kein diagnostisches Verfahren, sondern nur eine Verdeutlichung der häufigsten Symptome.

Tipps und Tricks im Umgang mit der Erkrankung

Geben Sie Ihrem Alltag Struktur, indem Sie Ihren Tagesablauf möglichst präzise durchplanen und zum Beispiel einen Wochenplan erstellen

  • Halten Sie sich an feste Rituale und gehen Sie beispielsweise immer zur selben Zeit ins Bett oder essen Sie immer zu etwa denselben Zeiten

  • Führen Sie einen Terminplaner

  • Nutzen Sie Sicherheitsangebote wie etwa einen Hausnotruf, Feuermelder oder ein Bügeleisen, das sich nach einer gewissen Zeit selbst abschaltet

  • Platzieren Sie kleine Zettel mit Erinnerungen an strategisch günstigen Orten, um sich etwa daran zu erinnern, den Herd auszuschalten oder die Tür abends abzuschließen

  • Nutzen Sie Ihr Handy, um sich an Ereignisse wie Geburtstage oder Arzttermine erinnern zu lassen

  • Speichern Sie sich wichtige Nummern als Kurzwahl in Ihrem Handy

  • Legen Sie wichtige Dinge wie Ihre Geldbörse oder Ihren Schlüssel immer an dieselbe Stelle

  • Gehen Sie Ihrer Erkrankung so offen wie nur möglich um

  • Bleiben Sie aktiv und bewegen Sie sich regelmäßig, nutzen Sie dafür spezielle Seniorenkurse oder verabreden Sie sich zu einem schönen Spaziergang mit vertrauten Menschen

  • Planen Sie ihre Zukunft und erstellen Sie schon jetzt eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht, auch wenn es ein schwieriges und belastendes Thema ist. Mit der Erstellung dieser Dokumente können Sie ihren Willen aufschreiben und ihren Angehörigen oder Freunden Entscheidungen abnehmen.

Die Symptome der 4 Phasen einer Demenz – Stadien & Lebenserwartung

Welche Symptome bei einer demenziellen Erkrankung auftreten und wie diese verlaufen wird, hängt wesentlich von der Ätiologie, also von der Krankheitsursache ab. Entscheidend ist dabei vor allem, welcher Bereiche des Gehirns von der Krankheit betroffen sind. Je nach Form und Stadium der Demenz treten demnach auch unterschiedliche Symptome zu Tage. Entgegen der allgemeinen Meinung ist Alzheimer nicht gleichbedeutend mit einer Demenz, sondern beschreibt nur eine besondere Ausprägung der Krankheit. Die 4 Stadien der Demenz sind ein Erklärungsmodell, welches sich mit dem Voranschreiten der Alzheimer Demenz befasst. Welche Formen der Demenz es unter anderem noch so gibt und wie man sie unterscheidet, erklären wir Ihnen im Weiteren genau.

Demenz Stadien: Alzheimer Demenz wir in 4 Phasen unterteilt

Die Alzheimererkrankung ist mit 65 % noch immer die mit Abstand häufigste auftretende Form einer Demenz. In Deutschland lebten im Jahr 2021 insgesamt 1,8 Millionen an Alzheimer erkrankte Menschen. Die weithin bekannten 4 Stadien der Demenz beziehen sich dabei immer auf die Form Alzheimer. Dabei umfassen die vier Stadien der Alzheimer Demenz die leichte kognitive Störung, das frühe Stadium sowie das mittlere und das späte Stadium der Erkrankung. Da Alzheimer zu den primären Demenzen gehört, bei welchen die Ursache in einer degenerativen Veränderung des Gehirns liegt, ist sie bis heute unheilbar. Im Gegensatz dazu sind sekundäre Demenzen behandelbar, da sie durch äußere Einflussfaktoren wie Vergiftungen oder Mangelerscheinungen hervorgerufen werden.

Die 1. von 4 Phasen der Demenz: Leichte kognitive Störung

Dieses Stadium zeichnet sich durch leichte kognitive Beeinträchtigungen aus, die sowohl dem nahen Umfeld bereits auffallen als auch durch einen Gedächtnistest nachweisbar sind. Doch trotz dessen, dass leichte kognitive Beeinträchtigungen vorhanden sind, ist die Leistungsfähigkeit noch gut und die Beeinträchtigungen können durch höhere Konzentration und/oder Anstrengung kompensiert werden. Weiterhin kann der Alltag in dieser der 4 Phasen der Demenz noch allein gemeistert und einer Arbeit nachgegangen werden, sofern der Betroffene nicht berentet ist. Dieses Stadium kann sich zu einer demenziellen Erkrankung entwickeln, es führt aber nicht grundsätzlich zu einer voranschreitenden Demenz. Dennoch ist ein erhöhtes Risiko vorhanden und die kognitive Leistungsfähigkeit sollte von einem kundigen Arzt im Auge behalten werden. Bei dieser der 4 Phasen der Demenz ist die Lebenserwartung noch nicht eingeschränkt.

Das 2. Stadium der Demenz: Frühes Stadium einer Alzheimer – relevante Vergesslichkeit

Das frühe Stadium von Alzheimer ist geprägt von Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses.  Es fällt den Betroffenen in dieser Phase der Demenz zunehmend schwer, Gesprächen zu folgen, sich die Zusammenhänge einer Unterhaltung zu merken oder die richtigen Worte zu finden. Das Vergessen von Terminen oder anderen Dingen und das Verlegen von Gegenständen ist mittlerweile an der Tagesordnung. Bei komplexeren Aufgaben im Alltag, wie Überweisungen bei der Bank zu tätigen, benötigen die Betroffenen Hilfe. Doch einfachere Alltagsaufgaben können sie noch ohne fremde Hilfe erledigen. Sie wissen zum Beispiel noch ganz genau, wie der Möhreneintopf nach dem Rezept der Mutter gekocht wird. Dennoch mögen Betroffene es oft nicht, um Hilfe zu bitten und arrangieren ihren Alltag so, dass ihre Unzulänglichkeiten nicht so sehr auffallen. Dazu meiden sie es zu Veranstaltungen zu gehen, Freunde zu besuchen oder ihren Hobbys nachzugehen. Viel lieber verbringen sie nun ihre Zeit Zuhause, in dem sich die Betroffenen sicher und wohlfühlen. Die 2. von 4 Phasen der Demenz verdeutlicht sich also unter anderem durch beginnende Isolation. Insbesondere ungewohnte Situationen bedeuten für betroffene Menschen Chaos und Unwohlsein, weshalb sie diese tunlichst vermeiden und sich sozial zurückziehen.

Die 3. von 4 Demenz Phasen: Mittleres Stadium von Alzheimer – unübersehbare Ausfälle

In diesem Stadium der mittelgradigen Demenz können die betroffenen Menschen ihre Probleme nicht mehr kaschieren. Sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis arbeiten nicht mehr, wie sie sollten, wodurch Ereignisse aus dem bisherigen Leben zunehmend in Vergessenheit geraten. Sie wissen beispielsweise nicht mehr, welchem Beruf sie nachgegangen sind, oder ob sie je verheiratet gewesen sind. Ihre frühen Erinnerungen an die Kindheit bleiben meist am längsten erhalten oder tauchen plötzlich in dem aktuellen Erleben der Betroffenen auf, als wenn die Ereignisse gerade erst geschehen würden. Es kann sein, dass Betroffene aufwachen und denken, dass heute ihre Einschulung sei. So ist es verständlich, dass ihnen auch die räumliche und zeitliche Orientierung Schwierigkeiten bereitet und schwindet, wodurch auch der Tag- und Nacht-Rhythmus und damit das Schlafverhalten leidet.

Auch das Erkennen von geliebten Menschen wird in dieser mittleren von 4 Phasen der Demenz zunehmend durch den Verlust des räumlichen Sehens für die von der Krankheit betroffenen unmöglich werden. Durch den damit einhergehenden Verlust der Orientierung kann es sein, dass die Unsicherheit sich in Misstrauen oder sogar in eine durch die Demenz verursachte aggressive Phase verwandelt. An diesem Punkt der Alzheimer Erkrankung ist es den Betroffenen nicht mehr möglich, sich in ihrer Wohnung zurechtzufinden. Sodass alles in allem eine eigenständige Lebensführung in diesem Alzheimer Stadium nicht mehr möglich ist. Betroffene benötigen nun viel Unterstützung und Betreuung.

In dem Moment, in dem Betroffene mit Alzheimer pflegebedürftig werden, können sie einen Pflegegrad erhalten. Sofern die Pflege im häuslichen Umfeld gestaltet wird, haben sie den gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, die für eine hygienische und fachgerechte Pflege unabdingbar sind.

Die 4. Phase der Demenz: Letztes Stadium von Alzheimer – Kontrollverlust

Das letzte Stadium von Alzheimer ist auch zunehmend von einem physischen Verfall gekennzeichnet. Es ist für die Betroffenen aufwendig zu kauen, zu schlucken und eventuell bereitet selbst das Atmen Probleme. Durch die herabgesetzte Mobilität kann es zu Kontrakturen, sprich Versteifungen der Gelenke kommen. Die Funktionen der Ausscheidungsorgane unterliegen nicht mehr der willentlichen Kontrolle der Betroffenen. Hinzukommend kann es durch die fortgeschrittene Degeneration des Gehirns zu vermehrten Krampfanfällen kommen.

Betroffene sind in dieser der 4 Phasen der Demenz dauerhaft pflegebedürftig und benötigen fachkundige Pflege, da auch die zunehmende Immunschwäche gehändelt werden muss. Es ist demnach wichtig, Infektionen möglichst zu verhindern. Denn diese, insbesondere Atemwegserkrankungen, sind die häufigste Todesursache bei Alzheimer. Statistisch liegt die Lebenserwartung von Demenz im Endstadium bei einem vollständigen Durchlaufen aller Stufen von Alzheimer bei etwa acht Jahren ab Diagnosestellung.

Vaskuläre Demenz: Symptome & Lebenserwartung

Neben der Alzheimer Demenz ist die vaskuläre Demenz die häufigste auftretende Form einer demenziellen Erkrankung. Verursacht wird die vaskuläre Demenz durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, die an vollkommen unterschiedlichen Bereichen auftreten können. Dahin gehend können auch viele verschiedene Symptome bei dieser Form der Demenz auftreten, je nach Lage der Durchblutungsstörung. Diese umfassen bei einer vaskulären Demenz beispielsweise vermehrte Müdigkeit, Sprach- und Sehstörungen, Orientierungsprobleme, Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und Blasenstörungen bis hin zur Inkontinenz.

Bis heute ist eine Vaskuläre Demenz unheilbar. Durch eine Reduzierung der Risikofaktoren kann versucht werden, das Voranschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, zu verhindern oder dem Auftreten im Vorfeld entgegenzuwirken. Im Gegensatz zur Alzheimer Demenz mit den 4 Phasen können die Symptome einer Vaskulären Demenz plötzlich auftreten. Auch im Verlauf dieser Demenz können Verschlechterungen schnell eintreten. Im Gegensatz dazu kann es jedoch ebenfalls zu einer Stagnation oder Verbesserung der Symptome kommen. Die Dauer der Demenz-Erkrankung und die Stadien gestalten sich demnach von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Ist das Endstadium einer vaskulären Demenz hingegen erst einmal erreicht, unterscheidet sich der Verlauf der Erkrankung nicht von dem einer Alzheimer Demenz. Die Lebenserwartung bei einer Vaskulären Demenz liegt statistisch gesehen im mittleren Bereich und umfasst in der Regel in etwa sechs Jahre ab Stellung der Diagnose.

Frontotemporale Demenz: Verlauf der Demenz & Lebenserwartung

Die Frontotemporale Demenz ist eine der seltensten Varianten demenzieller Erkrankungen. Sie unterscheidet sich in ihrer Symptomatik und den 4 Phasen der Demenz maßgeblich von den gemeinhin bekannten Formen, wie etwa der Alzheimer Demenz.

Vollkommen gegensätzlich zu Alzheimer offenbart sich die Frontotemporale Demenz nicht durch Gedächtnislücken und zunehmende Vergesslichkeit, sondern durch eine drastische Veränderung der Persönlichkeit der betroffenen Menschen.  Durch die Lage des geschädigten Hirnareals, welches für die Regulation von Emotionen und die Steuerung des Sozialverhaltens verantwortlich ist, sind die Symptome dieser Art von Demenz zu erklären. Die Symptome bei einer Frontotemporalen Demenz umfassen aggressives Verhalten, Teilnahmslosigkeit, Taktlosigkeit, sexuelle Enthemmung sowie den maßlosen Konsum von Essen und Trinken. Dabei beginnen die Stadien einer Frontotemporalen Demenz in der Regel sehr früh, mit durchschnittlich 50 bis 60 Jahren. Ein früheres Auftreten bei jüngeren Betroffenen ab 20 Jahren, ist ebenfalls möglich. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es erst spät zu Orientierungsstörungen, ähnlich denen, die während der 4 Phasen der Alzheimer Demenz auftreten können. Dennoch unterscheiden sie sich in ihrer Ausprägung und Intensität deutlich von der vollkommenen Orientierungslosigkeit, die im Endstadium von Alzheimer auftritt. Doch auch bei dieser Form der Krankheit kommt es im Endstadium zum Verlust der Selbstständigkeit und zur Bettlägerigkeit. Die häufigsten Todesursachen sind auch bei einer Frontotemporalen Demenz Infektionen, insbesondere Lungenentzündungen. Die Lebenserwartung bei dieser Form der Erkrankung entspricht statistisch gesehen acht Jahren nach Stellung der Diagnose.

Fortgeschrittene Demenz: Ich kann nicht mehr! Wer kann mir helfen?

In welcher Lebenssituation Sie auch gerade sind, ob pflegender Angehöriger oder von Demenz Betroffener: Sie sind nicht allein. Das Leben mit Alzheimer kann beängstigend und deprimierend sein, ebenso wie die Pflege eines Betroffenen oft fordernd sein kann. Je nachdem, in welcher der 4 Phasen der Demenz Sie selbst oder eine betroffene Person gerade sind. In allen Fällen gibt es Hilfen für Sie.

Nutzen Sie die Angebote für pflegende Angehörige oder auch das Alzheimer Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Oder sprechen Sie mit ihren Angehörigen, Freunden oder ihrem Arzt. Dieser kann Ihnen zu jeder der 4 Phasen der Demenz nützliches Wissen und praktische Tipps für den Alltag mitgeben.

In jedem Fall jedoch: Passen Sie auf sich auf und denken Sie daran, dass Sie nichts von alledem allein tragen müssen.

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